Gerry Steinberg wird 3. in seiner AK beim Ironman in Neuseeland

März 2020: Ironman Neuseeland

von Constanze Eick (Triathlon)

Gerry Steinberg // Foto: Steinberg

Gerry Steinberg auf dem Podium beim Ironman Neuseeland

Die Reise der Steinbergs aus Aegidienberg ging von Dubai weiter über Australien nach Neuseeland, wo Gerry im März beim legendären Ironman New Zealand startete. Seine Frau Steffi schlüpfte dieses mal in die Rolle des Coachs, Betreuers, Ernährungsberaters und Streckeninformanten, was sie nicht minder forderte. Weit weg vom Corona-Hype in Europa konnte man in Neuseeland noch ein relativ „normales“ Leben führen und sich davon ungestört auf einen Wettkampf vorbereiten.

Der Ironman Neuseeland wird seit 1985 ausgetragen und ist einer der letzten Ironmans mit einem Massenstart bei der ersten Disziplin, dem Schwimmen. Entsprechend holprig war auch der Start von Gerry, der sich aus dem Getümmel um die besten Plätze heraushielt und etwas abseits der „Waschküche“ seine eigene Linie zog. In dem welligen Lake Taupo kam er gut voran bis sich nach der Wendeboje ein Mitstreiter an seinem Neo-Zipfel festhielt und den Reißverschluss öffnete. Dieses Missgeschick spiegelte sich dann auch in der Schwimmzeit von 1:20 h für die 3,8km wider, mit der er unter diesen Umständen noch sehr zufrieden war.

Die Marschtabelle für das Rennen wurde klar geprägt von den Daten seiner Leistungsdiagnostik, die ihn letztendlich davon abhielt, bereits auf dem Rad zur Aufholjagd zu blasen. So konnte ihn Steffi an mehreren Punkten der welligen Radstrecke über den Stand des Rennens informieren und gleichzeitig auf den Rennplan „einbremsen“. Nach 5:42 h für 180 km stieg Gerry also vom Rad, mit bereits 20 min Rückstand auf das angestrebte Podium.

Über diesen Abstand wurde er aber natürlich nicht informiert, sondern ihn nur an die Marschtabelle erinnert: Tempo 5:30-5:40/km. Gerry war zu diesem Zeitpunkt Sechster und die Führenden liefen los wie die Hasen. Eine kurze Recherche im Netz über die Laufperformance seiner Konkurrenten haben Steffi dann veranlasst Gerry mit einer vagen Prognose zu motivieren: „Wenn Du das Tempo weiterläufst und nicht einbrichst, hast Du das Podium“. Der Marathon schreibt bekanntermaßen seine eigenen Gesetze.

Bis km 30 tat sich nicht viel, doch dann brachen nacheinander drei der vor ihm liegenden ein. Bei km 35 überholte er dann den bis dahin Dritten mit einem kurzen Zwischensprint und gab den Vorsprung bis ins Ziel nicht mehr ab. Mit 11 Stunden und 12 Minuten wurde Gerry 3. in seiner AK und 219. von 1140 Startern. Dass es am Ende nicht für einen Hawaii Slot gereicht hat, tat seiner Freude keinen Abbruch.

Die Steinbergs blieben noch ein paar Tage in Neuseeland und genossen die herrliche Landschaft, die unverbrauchte Natur und eines der letzten coronafreien Areale auf diesem Globus – was sich dann auch noch änderte…

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