Ute Schmidt und Ralf Knips nahmen an der 70.3-Weltmeisterschaft in Südafrika teil.

Ironman 70.3 Weltmeisterschaft in Südafrika

von Constanze Eick (Triathlon)

Ironman 70.3 Weltmeisterschaft in Südafrika
WM Südafrika (Fotos: Knips, Reinhardt)

Anfang September wurde die Ironman 70.3 Weltmeisterschaft im Land der Big Five ausgetragen. Ralf Knips und Ute Schmidt qualifizierten sich überraschend in Luxemburg für diese tolle Veranstaltung, die dieses Jahr in Port Elisabeth in Südafrika stattfand (es wollte halt sonst niemand).

Insgesamt war der größte 70.3 ein Ironman der Superlative: ca. 4.500 Athleten, 3.000 unglaublich engagierte Helfer. Aufgrund der großen Teilnehmerzahl starteten die Frauen am Samstag und die Männer am Sonntag. Das brachte auch Vorteile: Als Teilnehmer bekommt man zumindest an einem Tag etwas von der Wettkampfatmosphäre mit und kann sich auch mal die Profis anschauen.

Bei einigen Athleten war die Aufregung schon nach der Ankunft groß, weil die Fluggesellschaften mit der riesigen Anzahl der Fahrradkoffer heillos überfordert waren. Viele Räder kamen daher nicht mit und wurden zum Teil erst kurz vor dem Rad Check-in geliefert.

Ein Höhepunkt vor dem Wettkampf war die heitere Nationenparade. Insbesondere die Teilnehmer aus den kleinen Nationen, die nur zu zweit oder dritt am Start waren, gaben alles, um auf sich aufmerksam zu machen. Völkerverständigung pur.

Die Wettkampftage: Leider war das Wetter sehr unterschiedlich. Während die Frauen sich am Samstag über Sonne freuen konnten, hatten am Sonntag die Männer, insbesondere die hinteren Startblöcke, Regen und Wind zu trotzen. Das Schwimmen fand im Indischen Ozean bei teilweise unruhiger See statt, so dass dort schon die ersten Höhenmeter zu überwinden waren. Auch die sehr unterschiedliche Wassertemperatur war gewöhnungsbedürftig. So war es auf den ersten und letzten 400 m eisig kalt und dazwischen schwimmbadwarm. Allerdings sorgte die Aufteilung nach Altersklassen und zusätzlich der Rolling Start für ein insgesamt entspanntes Schwimmen.

Beim Schwimmausstieg hatten sich die Organisatoren noch ein besonderes Schmankerl für die Athleten einfallen lassen: den sogenannten „Wetsuit Strip“. Man setzt sich auf den Boden und zwei Helfer ziehen einem in Nullkommanix den Neo aus. Schneller kann man das alleine nicht hinbekommen.

Die wunderschöne, aber mühsame Radstrecke führte an der Küste entlang. Entsprechend wellig und windanfällig ging es zu. Über längere Abschnitte gab es dazu Beläge, die der legendären Flickenpassage am Campingplatz auf der alten Triastrecke des Bonn Triathlons in nichts nachstanden. Die spektakuläre Anfahrt auf eine Dünenlandschaft zählte zweifelsohne zu den schönsten Landschaftserlebnissen, die wir bei einem Triathlon je erfahren durften. Auch das durchgehend satte Grün erfreute nach diesem Sommer unser Auge.

Die Laufstrecke war eine zweimal zu laufende 10km Wendepunkstrecke an der Strandpromenade. So kam man häufig an den Zuschauern vorbei und konnte sich über die zahlreichen Anfeuerungsrufe freuen. Die Zeiten waren für uns Nebensache, es galt das olympische Motto: Dabeisein ist alles. 5:46h für "Juutie"  bzw. 5:19h für Ralf sind letztendlich dabei herausgekommen.

Mit dem Ankommen des letzten Teilnehmers im Ziel am Sonntag öffneten sich die Himmelsschleusen erbarmungslos und es hörte über Stunden nicht auf zu schütten, so dass beim kurzweiligen Bankett viele Plätze leer blieben und ein seltenes Ereignis bei Triathlon-Veranstaltungen zu besichtigen war: das schmackhafte Buffet war am Ende noch genau so voll wie zu Beginn.

Ein Ausflug zum Addo Elephant Park rundete das einmalige Erlebnis ab. Einige der Big Five ließen sich blicken und bewundern.


(Bericht: Ralf Knips & Ute Schmidt)

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