SSF Athlet Florian Bauer nahm an der Ironman Weltmeisterschaft teil

"Es war wieder ein perfekter Tag"

von Carsten Herboth (Triathlon)

Florian Bauer vor dem Wettkampf. (Foto: Bauer)
Florian Bauer vor dem Wettkampf. (Foto: Bauer)

Auch in diesem Jahr waren die SSF Bonn bei der Ironman Weltmeisterschaften auf Hawaii vertreten, denn Florian Bauer konnte sich schon im letzten Jahr beim Ironman Barcelona bei seinem zweiten Langdistanztriathlon für das legendäre Rennen im Pazifik qualifizieren. Nach einem langen Jahr des harten Trainings und vieler Entbehrungen ging Florian am vergangenen Samstag mit hunderten hoch motivierten und austrainierten Triathleten in Kailua Kona an den Start. Nach 9:35:03 Stunden überquerte er 209. die Ziellinie.

Im Jahr 2008 absolvierte Florian gemeinsam mit seinem besten Freund Maurice Mülder – heute Jugendtrainer bei den SSF Bonn Triathlon - seinen ersten Ironman in Nizza. War er damals noch sehr unbedarft an die Sache herangegangen und Ankommen sein Ziel, so plante Florian das gesamte letzte Jahr mit dem Ziel am 8. Oktober topfit zu sein. Mit seinem Trainer Dirk Niederau, der schon einige Male selbst auf Hawaii gestartet ist, arbeitete Florian eng zusammen, um das Training optimal in den Tagesablauf zu integrieren. „Zeitmanagement hat eine Schlüsselfunktion gespielt. Wenn du 40 Stunden arbeitest und noch 15-20 Stunden die Woche trainierst, überlegst du dir gut, wo oder wann du die Einheit absolvierst,“ meinte Florian im Vorfeld des Wettkampfes. Gerade deshalb war auch die wenige Zeit, die für die Familie und engen Freunden blieb, besonders wichtig, denn von ihnen erhielt er viel Unterstützung, die ihm half „auf dem richtigen Weg zu bleiben".

Für die Reise hat Florian insgesamt zwei Wochen eingeplant. Die Woche vor dem Wettkampf diente zur Akklimatisierung und Konzentration. Mit seinem Vater wohnte Florian etwas abseits des Trubels und kochte das Essen selbst, um mit hochwertigen Lebensmitteln die Energiespeicher zu füllen. Bei der Langdistanz spielt die Ernährung vor und während des Wettkampfes eine große Rolle. Da darf nichts dem Zufall überlassen werden.

Mit vollen Speichern begab sich Florian am Wettkampftag früh morgens mit vielen weiteren Athleten ins Meer. Zwar musste er beim Massenstart keine Schläge einstecken, doch viel Platz zum Schwimmen blieb auch während der 3,8km im Pazifik nicht. Nach 53:39 Minuten erreichte der ehemalige Leistungsschwimmer die Wechselzone am Pier von Kona. Nach einem schnellen Wechsel auf die schwarze Zeitfahrmaschine standen die ersten 90km in Richtung Hawi an. Nach dem dortigen Wendepunkt geht das Rennen erst richtig los, doch man muss nach den 180km auch noch laufen können. Darum war Florians Schlüssel zu einer guten Endzeit „konstant zu treten aber immer noch Druck im Kessel zu lassen“. Nach 5:05:55 Stunden auf dem Rad ging es für Florian auf die entscheidenden 42km. Zu Begin wurden die Athleten noch von den vielen Zuschauern am Streckenrand angefeuert, doch außerhalb der Stadt, auf dem berüchtigten Lavafeldern ist die Situation eine andere. Hier sind die Triathleten auf sich alleine gestellt. Die letzten 10km taten Florian besonders weh, doch auch wenn er in seiner langen Karriere als Leistungssportler selten so "am Anschlag" war, dacht er sich „Schmerzen hat jetzt jeder und je schnell zu rennst desto schnell bist du fertig“. Dieser Gedanken puschte ihn zu einem sub-3:30 Marathon.

Wie es im nächsten Jahr für ihn weiter geht weiß Florian noch nicht. Seine Leidenschaft für Ausdauersport könnte ihn zu einer Alpenüberquerung mit dem Fahrrad oder ein 10km Schwimmen bringen, doch zunächst steht die Erholung und natürlich Zeit mit Familie und Freunden an erster Stelle. Hillard Remmers und Carsten Herboth

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