Das neue Wasserlandbad wird die stärkste Säule im gesamtstädtischen Bäderkonzept werden.

Nein zum Bürgerentscheid

Die Frage des jetzigen Bürgerentscheides heißt „Soll der Neubau eines Schwimmbades in Bonn-Dottendorf gestoppt werden?“ Der  Vorstand der SSF Bonn bittet alle wahlberechtigten Bonner Bürger, bei der Abstimmung mit „NEIN“ zu stimmen und sich damit für den Bau des neuen Schwimmbades auszusprechen.

Bäderkonzepte und Bonn scheinen nicht zusammenzupassen, anders ist es nicht zu erklären, dass alle Bonner Bürger und Bürgerinnen 16 Monate nach dem ersten Bürgerentscheid wieder über die Bäderlandschaft in Bonn abstimmen sollen.

Nachdem der Rat im September2016 ein Konzept zur Neuordnung der Bonner Bäderlandschaft verabschiedet hatte, hoffte die Mehrheit der Bonner und Bonnerinnen, dass nach mehr als 20 Jahren der Stillstand in der Bonner Bäderlandschaft beendet sei. Was folgte war der erste Bürgerentscheid Bonns, denn eine Initiative wollte die mit dem Konzept verbundene endgültige Schließung des Kurfürstenbades verhindern und stellte damit das gesamte Konzept in Frage.

Das Konzept besteht aus mehreren Eckpunkten: “Neubau eines Familien, Schul- und Vereinsbades – Sanierung von Hardtbergbad und Beueler Bütt – Erhalt aller Bonner Freibäder - sowie der Schließung des Frankenbades und der bereits 2017 beschlossenen endgültigen Schließung des Kurfürstenbades. Damit wird Bonn weiterhin über eine dezentrale Bäderlandschaft mit insgesamt 14 Bädern verfügen.

Mit dem aktuellen Bürgerentscheid wollen mehrere Initiativen erreichen, dass das Wasserland Bad nicht gebaut wird, sondern die Stadtteilbäder saniert werden. Auch wenn es anders dargestellt wird, wäre eine zeitnahe Sanierung des Kurfürstenbades gar nicht möglich, da mit dem Ausgang des ersten Bürgerentscheides 2017 die endgültige Schließung besiegelt wurde.

Der Sport begleitet die Planung des neuen Wasserlandbades seit 2016

Gemeinsam mit Fachleuten aus den unterschiedlichsten Bereichen entwickelten die schwimmsporttreibenen Vereine im Herbst 2016 ein erstes Nutzungskonzept für das geplante neue Schwimmbad. Neben dem Sport sollen dort auch das Schulschwimmen, Familien, Kinder und Jugendliche, Menschen mit Behinderungen ein zeitgemäßes Angebot bekommen. Daraus entwickelte sich ein Nutzungskonzept, welches in drei große Bereiche geteilt ist: einem Sport- und Schulbereich, einem Variobereich mit Kursbecken und einem Familienbereich. Alle Bereiche werden barrierefrei gebaut. Damit wird es erstmals in Bonn möglich sein, Trainingsgruppen und Wettkämpfe für Menschen mit Behinderung anzubieten. Da es der Wunsch aller Beteiligten war, dass in Bonn auch in Zukunft Schwimmwettkämpfe auf nationalem und internationalem Niveau stattfinden können, stand die Forderung des Sportes, ein Bad entsprechend der Bau- und Ausstattungsrichtlinien des Deutschen Schwimm Verbandes zu bauen, niemals in Frage. Ein weiterer wichtiger Punkt war eine deutliche Verbesserung der Möglichkeiten für das Schulschwimmen. Damit sowohl das Sportbecken wie auch die Kursbecken möglichst individuell für das Schulschwimmen genutzt werden können, werden diese mit Hubböden ausgestattet.

Mehrwert des Wasserlandbades

Zurzeit gibt es in Bonn und im Umland kein wirklich barrierefreies Bad. Für Menschen mit Behinderung kann ein solches Bad zur einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität beitragen. Die alten Stadtteilbäder können auf Grund ihrer Geschossigkeit aber nur unter großen baulichen Veränderung und den damit verbundenen Kosten barrierefrei nach DIN-Norm 18040 umgebaut werden.

Der Familien- und Freizeitbereich ist so geplant, dass sowohl der sportliche Schwimmer wie auch Kleinkinder oder erholungssuchende Nutzer auf ihre Kosten kommen. Das Bad ist ausdrücklich nicht als Spaßbad konzipiert, bietet aber mit den geplanten Rutschen und den Wasseraktivitäten einen hohen Freizeitwert.

Mit Ausnahme der Schulschwimmbäder verfügte das südliche Bonn bisher über keine Lehr- oder Kursbecken. Damit war das Angebot an Schwimmkursen oder Bewegungsangebote im Wasser sehr eingeschränkt. Das Wasserlandbad wird über 3 Kursbecken sowie einen Multisportraum verfügen.

Das Wasserlandbad liegt zentral, ist aber kein Zentralbad

Der Standort des geplanten Bades in der Nähe der Wasserlandsportanlage und in direkter Verbindung zum ÖPV und dem neuen UN Haltepunkt, sowie die Möglichkeit das Bad mit Fahrrad oder Auto zu erreichen, ist äußerst günstig. Das mögliche hohe Aufkommen an PKWs und Fahrrädern wurde bei der Planung der Parkmöglichkeiten bereits in der Architektenausschreibung berücksichtigt. Obwohl die Anzahl der Bonner Bäder nach dem Bau des Wasserlandbades und der Schließung des Frankenbades gleich bleibt, erhält Bonn 1000m² mehr Wasserflächen.

- für mehr Schwimmsport in Bonn
- für gesichertes Schulschwimmen in Bonn
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Ute Pilger